Meine berufliche Webseite

Ich hadere seit fast 19 Jahren damit, was und ob und wie ich, bzw. mein berufliches Alter Ego als Pianist, im Internet repräsentiert sein möchte.
Am Anfang war es mehr eine Spielerei und die Faszination HTML zu lernen und was man damit machen kann. Diese "online-Visitenkarte" von mir führte nicht zu mehr Konzerten oder gar irgendeiner Form von Bekanntheit. Das war auch nicht das Ziel. Wenn es überhaupt ein Ziel gab, dann höchstens über anstehende Termine zu informieren und überhaupt Informationen über mich zentralisiert zu sammeln. Zwar gab es schon Wikipedia in seinen Anfängen, aber wenn ich meinen (damals natürlich sehr kurzen) Lebenslauf selber publiziere, dann kann ich garantieren, dass er stimmt und aktuell ist.
Über die Jahre wechselte immer mal wieder dieser Fokus. Mit Auftauchen der zunehmend digitalen Medien, seien es Fotos oder sogar Konzertmitschnitte, war es mir immer wieder ein Verlangen, meine Erlebnisse mit der Welt zu teilen. Ich machte mir keine Sorgen um Stalker oder Spam. Nein, man war sicher, denn man war ja quasi unbekannt. Der einzige, vielleicht wichtigste, Bekanntheitsgrad war, dass meine eigene Webseite als erstes Suchergebnis bei Google auftauchte. Man fand mich, wenn man suchte. Das ist schonmal gut.
Das Design, und allem voran das CMS, wechselte dann so ab dem Studium und dem damit 1. eigenen Internetanschluss ständig. Ich wollte was ausprobieren, schickes Design spielte mehr eine Rolle als Inhalt. Und öfter als vielleicht nötig fing ich bei Null an, weil ich vergessen hatte Backups zu machen oder wenigstens einen Snapshot der aktuellen Seite zu konservieren.
Langer roter Faden für diesen Post: ich habe meine Webseite mal wieder erneuert. Ich finde das Blog-Theme von Manuel, dass ich hier in der Version für Kirby 3 verwende unendlich schick und toll. Und da ich eh noch eine Kirby 2 Lizenz rumliegen hatte, und auch das Blog Theme für Kirby 2 separat gekauft hatte, habe ich die Chance ergriffen, mich von Wordpress zu verabschieden und führe meine Webseite jetzt also als Kirby-Blog.
Damit einher geht eine spannende Design-Entscheidung: es gibt keine statische landing page mehr, sondern datumskorrekte Blog-Einträge reihen sich in die Timeline ein. Mit einem kleinen Trick gelingt mir trotzdem so etwas wie eine Startseite: der allerneueste "Post" ist eine Willkommensnachricht. So sollte man sich recht schnell zurecht finden, denke ich.
Meine Webseite ist in Zeiten von Facebook eh schon fast irrelevant. Dennoch möchte ich meine Daten selber verwalten und nicht abhängig sein von dem Erfolg eines Werbeunternehmens. Deswegen ist es vielleicht doch immer noch am besten, wenn man mich googelt und meine Webseite als erstes findet. In 40 Jahren kann das ja dann von einem kommemorativen Wikipedia-Eintrag ersetzt werden. Dann mache ich gerne stolz meine Webseite zu.
Aber bis dahin ist noch ein weiter Weg, den ich fleißig gehen möchte.


P.s.: Es gab einen Fall in meinem Leben, wo ich gemerkt habe, dass meine Webseite "genutzt" wird. Ich sprang von heute auf morgen in einem Konzert ein. Das Telefonat war kurz und die wichtigsten Dinge wurden schnell kommuniziert: wie heiße ich, wann kann ich da sein, was werde ich spielen. Als ich am Tag des Konzerts in der fremden Stadt ankam, hingen am Veranstaltungsort Plakate – mit einem Foto von mir – aus und es gab eine Programmheft – mit meinem korrekten und aktuellen Lebenslauf auf der Rückseite. Das hatten sie nämlich alles auf meiner Webseite gefunden und noch über Nacht so unumständlich anfertigen können, ohne mich mit solchen "Details" noch belästigen zu müssen. Ich war davon sehr beeindruckt und gleichzeitig sehr froh, dass ich zufällig ein gutes Foto von mir auf der Webseite hatte…